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Was der Fall NIN belegt.

Nine Inch Nails haben etwas Besonderes geleistet. Schon jetzt, innerhalb von nur zwei Tagen, wurden alle 2500 Ultra-Versionen des Albums für je 300 Dollar abgesetzt. Macht ingesamt (nur mit dieser einzelnen Version) 750.000 Dollar. Hinzu kommen die anderen Angebote - NIN haben sicherlich schon einige Millionen einnehmen können.

Das Spannende an der Sache ist, dass Mastermind Trent Reznor, anders als Radiohead mit einem zeitlich begrenzten Experiment, eben nicht nur auf Publicity schielt, sondern ganz bewusst Fans in unterschiedlichen Beziehungen zur Band bedient. Egal ob man nun nur etwas Interesse an der Band oder großer Anhänger ist - bei diesem Modell werden alle bedient.

Dabei ist bemerkenswert, dass eben nicht Millionen von Fans wichtig sind, sondern, wie sich am Beispiel der 2500 Ultra-Editions ablesen lässt, bereits ein paar Tausend Fans für einen großen Umsatz sorgen können. Einen lesenswerten Artikel dazu gibt es bei Kevin Kelly. Auch Seth Godins gestern erwähnter Beitrag geht in diese Richtung: Fans wollen Beziehungen zu ihren Künstlern. Godin schlug deshalb den Begriff des »Stammes« vor, um die (auch emotionale) Struktur einer Fan-/Künstlerbeziehung zu verdeutlichen.

Diese 2500 Käufer waren bereit, viel Geld auf dem Tisch liegen zu lassen, um ein handsigniertes und durchnummeriertes Exemplar des Albums zur erhalten. Wer sich die Zeit nimmt, kann in 3 Jahren 1000 solcher Fans haben (jeden Tag einen) und bei 1000 Fans, die bereit sind im Jahr 100 Euro auszugeben, kommt der Künstler auf Einnahmen von 100.000 Euro. Abgesehen von ein paar Ausgaben, ist dies ein ordentliches Jahresgehalt. Damit ist man zwar kein Superstar, aber man kann das tun, was man will. Klingt abenteuerlich? NIN haben gerade bewiesen, dass dies sogar auf einer größeren Skala machbar ist.

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