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CEO von Sony-BMG über Abos

In dem bereits erwähnten Interview des Sony-BMG-Vorstandsvorsitzenden Rolf Schmidt-Holtz gibt es einige interessante Punkte. So äußert sich der Musikmanager sehr positiv zur Musikflatrates, die lange Zeit wenig Beachtung im Schatten von iTunes et al fanden. Offensichtlich scheint das wichtiger zu werden. Eine Zitat, das dabei besondere Beachtung verdient: 

    »Zum Beispiel ein Abonnement-Angebot im digitalen Musikvertrieb, an dem wir zur Zeit arbeiten. In der einfachsten und vielleicht attraktivsten Variante wäre das eine Art Musikflatrate für alle Mp3-Spieler inklusive den iPod: Für einen monatlichen Beitrag steht Ihnen die gesamte Musikwelt offen.«

Komisch, dass hier iPods erwähnt werden. Entweder weiß Herr Schmidt-Holtz nichts von gängigen DRMs oder aber er weiß besonders viel: nämlich, was eine Kooperation mit Apple angeht. Von ersterem ist nicht auszugehen, würden doch solche Dinge, sollten sie denn gesagt werden, spätestens bei der Autorisierung ausgemerzt. Dass dieses Zitat gerade diese überlebt hat, ist eigentlich mehr als beachtlich. Hier scheint sich wirklich was anzubahnen.

Ein zweites aufschlussreiches Zitat:

    »Zum Beispiel gibt es die Kooperation „Comes with Music“, die Universal Music mit Nokia abgeschlossen hat. Wer ein bestimmtes Handy kauft, zahlt einen einmaligen Aufpreis und hat somit unbegrenzten Zugang zur Musik. Man bezahlt also für die Musik im Paket mit einem Mobiltelefon. Das ist eine große Wachstumschance für die Musikindustrie.«

Sony-BMG, wie auch der Interviewer im folgenden anführen wird, kooperiert ja aber gar nicht mit »Comes with music«. Das ist eine reine Universal/Nokia-Geschichte. Bis jetzt zumindest. Dass er die Konkurrenz in diesem Zusammenhang erwähnt, scheint mir ein recht eindeutiger Beleg dafür zu sein, dass auch die anderen Majors an diesem Konzept überaus interessiert zu sein scheinen.

Abgesehen von den 360-Grad-Verträgen steht die Idee einer Musikflatrate (ggf. mit einer Hardware-Kopplung) im Zentrum seiner Überlegungen. Und das macht auch Sinn. Wenn man bedenkt, dass nur 50% aller potentiellen Konsumenten überhaupt Musik einkaufen (ein Wert der jährlich sinkt) und dass von diesen 50% nur ca. 10% Intensivkäufer sind, die mehr als 10 Euro/Monat ausgeben, dann ist eine Flatrate, bei der 6-10 Euro pro User rumkommt, für die Labels mit Sicherheit eine Möglichkeit, sich wieder ganz ordentlich aufzustellen. Der Weg über Hardware-Hersteller, namentlich Apple, ist dabei eigentlich unvermeidlich, ist iTunes gegenwärtig der Gatekeeper zur digitalen Musikwelt. (Quelle: faz.net)

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