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Next Generation Musikmanager

Bei der Erstellung dieses Posts bin ich auf Topspin Media gestoßen. Topspin ist ein kleines Startup, das deshalb in das Visier der großen Medien geriet, weil Ian Rogers, bisher Musikchef von Yahoo, seinen Arbeitsplatz dort einnehmen wird. Insofern eine spannende Sache.Wer sich ein bisschen auf der Webseite des Unternehmens rumklickt stellt fest: das ist eine geile Geschichte. Genau so stelle ich mir die Zukunft der Musikindustrie vor: ein Merger von Tech-Mentalität und musikalischer Kreativität. Ähnliches kennt man ja auch bspw. von Last.fm. Faszinierende Unternehmensideen in einer zusammenbrechenden Industrie. Leute, die dort arbeiten, sind für mich die Zukunft und auch die Hoffnung der Musikbranche.Wenn ich da höre, dass sich große Plattenbosse trotz Rekordverluste immer noch dicke Gehaltssteigerungen genehmigen, dann kann man sich denken, dass diese Generation der Label-Funktionäre aussterben wird, ja, aussterben muss. Leute wie Ian Rogers oder der jetzt neu angetretene Präsident von EMI, der von Google kommt, kündigen an, dass die neue Generation der Musikmanager eine andere sein wird. Zugeben, die alte Garde hatte schon auch ihre Charme. Dieses völlig übertriebene Hummer-Champagner-Koks-Rolex-Geflecht (ein Bild davon konnte man sich bei dem kürzlich ausgehobenen Wespennest bei EMI machen, wo ein Posten von 200.000 Pfund für »Fruits and Flowers« entdeckt wurden - damit waren Drogen und Prostituierte gemeint!) hatte schon eine solch übertrieben Eigenwilligkeit, dass der Glamour der Inhalte auch auf die Manager der Firmen zurückfiel.Aber das ist eben vorbei. Zukunftsträchtige Musikmanager kommen weder mit der Harley Davidson, noch im maßgeschneiderten Anzug zu Vertragsverhandlungen. Dafür stehen sie abends in Wuschelfrisur und Röhrenjeans im Club, twittern ihre Eindrücke vom Konzert, haben einen vollgepackten iPod und keine Berührungsängste mit neuen Technologien. Diese Leute sind Geeks. (Und das meine ich positiv!) Sie haben eine Passion für Musik, aber sie haben auch ein liebendes Verständnis für Technologien, Netzwerke und das Internet. Doug Morris, CEO von Universal, soll angeblich bis heute keinen Computer im Zimmer stehen haben. Stattdessen lässt er Email-Antworten diktieren. That’s not the future. Topspin, Last.fm und andere sind drauf und dran die Musikbranche des neuen Jahrtausends zu prägen.

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