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Wozu Labels?

Auf paidContent gibt es ein erstes Interview mit dem von Google kommenden, designierten EMI-Präsident Douglas Merrill. Einen ersten Mentalitäts-Vorteil seines jetzt-noch-Arbeitgebers kann man schon heraushören: Merrill erklärt, dass nicht jedes Experiment augenblicklich amortisiert werden muss oder kann, sondern dass längerfristige Effekte und das Ausprobieren neuer Wege auch Teil des Zieles sein können. Diese Trial’n'Error-Methode kann sicherlich schon mal einiges bewegen in dieser Situation. Dann kommt er auf die wohl wichtigste Frage zu sprechen:

    »I always start with principles. The first principle is simple: Fans want to experience art and artists want to create. What the roles of the music labels are in connecting artists, helping artists create, to fans, helping fans experience, I think it’s TBD. […]. We don’t yet know what the real business model is going to be. We have to do more experiments, try more things to see what works. Artists want to create and they want to sell, fans want to experience those things. What’s the role of the labels? I don’t know.«

Es ist interessant (und vielleicht sogar sehr gut), dass Merrill nicht weiß, was die Rolle des Labels sein soll, muss, wird.Aber genau darum geht es. Was ist eigentlich die Rolle, die Aufgabe der Labels in der Zukunft? Mit Merrill hat sich EMI jemanden ins Cockpit geholt, der Anwendungen für Endverbraucher entwickelt. Plattenfirmen stehen hingegen traditionell, was die Distribution angeht, eigentlich nicht in direktem Kontakt zum Endverbraucher. Vielleicht wird EMI hier neue Wege gehen? Wenn nicht, was ist dann die Rolle der Plattenfirmen? Wo liegen ihre Kernkompetenzen und braucht man diese noch in einer Internet-durchdrungenen Welt? Es wird spannend sein zu sehen, ob jemand wie Merrill hier etwas ändern kann. Zumal nicht vergessen werden darf, dass EMI das kleinste aller Majors ist und grundsätzliche Neuausrichtungen wohl nur im Verbund mit den anderen großen Plattenfirmen funktionieren kann.

Diskussion

Ein Kommentar für “Wozu Labels?”

  1. […] April 4, 2008 · No Comments Auf paidContent gibt es ein erstes Interview mit dem von Google kommenden, designierten EMI-Präsident Douglas Merrill. Einen ersten Mentalitäts-Vorteil seines jetzt-noch-Arbeitgebers kann man schon heraushören: Merrill erklärt, dass nicht jedes Experiment augenblicklich amortisiert werden muss oder kann, sondern dass längerfristige Effekte und das Ausprobieren neuer Wege auch Teil des Zieles sein können. Diese Trial’n’Error-Methode kann… [MEHR] […]

    Kommentiert von COMMENTMUSIC: Wozu Labels? « boogiezitty | April 4, 2008, 10:34

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