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Schlagen. Nicht verbieten.

Das Europa-Parlament hat sich gegen Pläne einiger Mitgliedsländer gestellt, Bürger, die mutmaßlich illegale Angebote nutzen, das Internet abzudrehen. Pläne diesbezüglich gab es von Frankreich und Großbritannien.

Gut so. Was soll das denn? Die Musikindustrie ist gerade drauf und dran, das Jammer- und Umsatztiefental hinter sich zu lassen - wenn sie es denn schafft, sich neu erfinden. Und das sollte möglich sein. Schritt 1: Auch die User von Tauschbörsen können Konsumenten sein. Also nett behandeln (dann kommen sie vielleicht zurück). Schritt 2: Tauschbörsen schlagen, nicht verbieten. Und das geht. Allerdings nicht mit dem Ruf nach Verboten oder der Kriminalisierung von Jugendlichen. Vielmehr: Ein besseres Angebot machen.

Besser heißt
Authentizität
Egal ob werbefinanzierte Dienste, Abos oder ISP-Gebühren - bei legalen Angeboten kann ich mir sicher sein, dass ich das, was ich suche, auch finde. Hier geht es um Verfügbarkeit und Bequemlichkeit. Es geht um gute Soundqualität. Und es geht um die Garantie, dass der von mir erworbene Grateful Dead Jam auch wirklich von den Grateful Dead gespielt wurde.

Preis
Sorry, aber welcher Käufer hat in der alten Musikwelt (d.h. pre-Internet) 10 Euro im Monat für Tonträger ausgegeben? Diese Intensivkäufer machten nur ein paar Prozent aller Käufer aus und die sind auch heute noch die, die Geld für Musik ausgeben. Hier liegt doch gar nicht das Problem. Napster & Co: senkt die Preise und sucht euch ein Publikum, das sich wirklich für Abos interessiert und mit dem ihr Skaleneffekte erreichen könnt.

Exklusivität
Ihr vertretet doch die Künstler. Also gebt uns etwas, was die inoffiziellen und illegalen Angebote nicht geben können. Personalisierungen wie signierte Alben und direkte Ansprachen. Gebt uns Unmittelbarkeit und setzt alles daran, dass die, die bereit sind viel Geld für Musik auszugeben, das auch tun können. Teure HiDef-Versionen, aufwendige Booklets. Macht Musik zu einem exklusiven Erlebnis und die Leute (nicht alle, aber einige) werden bereit sein, viel Geld dafür liegen zu lassen.

Nicht verbieten, sondern schlagen. You can do it!

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